A Dumenega

Sonntags

Quandu ä dumenega fan u gíu
Wenn sie sonntags promenieren,
cappellin neuvu neuvu u vestiu
neu der Hut und neu das Kleid,
cu ‚a madama a madama ’n testa
die Puffmutter im Kopf,
o belin che festa o belin che festa
was für ein Scheissfest, was für ein Scheissfest.
a tûtti apreuvu ä pruccessiún
Und alle in einer Schlange hinter
d’a Teresin-a du Teresún
der dicken und dünnen Teresa,
tûtti a miâ ë figge du diàu
um die Töchter des Teufels zu sehen,
che belin de lou che belin de lou
was für eine Scheissarbeit, was für eine Scheissarbeit.

e a stu luciâ de cheusce e de tettìn
Und bei diesem Wogen von Schenkeln und Titten
ghe fan u sciätu anche i ciû piccìn
schreien auch die Kleinsten
mama mama damme ë palanche
„Mamma, Mamma, gib mir Geld,
veuggiu anâ a casín veuggiu anâ a casín
ich möchte ins Puff, ich möchte ins Puff.“
e ciû s’addentran inta cittaë
Und je näher sie der Stadt kommen,
ciû euggi e vuxi ghe dan deré
desto mehr gaffen und rufen sie ihnen nach
ghe dixan quellu che nu peúan dî
de zeùggia sabbu e de lûnedi
all das, was sie donnerstags, samstags und montags
nicht sagen können.

a Ciamberlin sûssa belín
In Ciamberlin Schwanzlutscher,
ä Fuxe cheusce da sciaccanuxe
in Fuxe Schenkel wie Nussknacker,
in Caignàn musse de tersa man
in Carignano Mösen aus dritter Hand,
e in Puntexellu ghe mustran l’öxellu
und in Ponticello zeigen sie einem den Pimmel.
a Ciamberlin sûssa belín
In Ciamberlin Schwanzlutscher,
ä Fuxe cheusce da sciaccanuxe
in Fuxe Schenkel wie Nussknacker,
in Caignàn musse de tersa man
in Carignano Mösen aus dritter Hand,
e in Puntexellu ghe mustran l’öxellu
und in Ponticello zeigen sie einem den Pimmel.

e u direttú du portu c’u ghe vedde l’ou
Und der Hafendirkektor sieht Gold
’nte quelle scciappe a reposu da u lou
in diesen Arschbacken, die sich von der Arbeit erholen,
pe nu fâ vedde ch’u l’è cuntentu
und will seine Zufriedenheit nicht zeigen,
ch’u meu-neuvu u gh’à u finansiamentu
dass der neue Hafendamm finanziert werden kann;
u se cunfunde ’nta confûsiûn
und er verwirrt sich in der Verwirrung
cun l’euggiu pin de indignasiún
mit Entrüstung in den Augen
e u ghe cría u ghe cría deré
und schreit ihnen nach
bagasce sëi e ghe restè
„Ihr seid Huren und Huren bleibt ihr!“

e ti che ti ghe sbraggi apreuvu
Und du, der du ihnen nachschreist
mancu ciû u nasu gh’avei de neuvu
„Ihr seid nicht mal in den Nasenlöchern jungfräulich“,
bruttu galûsciu de ’n purtòu de Cristu
nu tè l’ûnicu ch’u se n’è avvistu
du bist nicht der einzige,
du dummes Rindvieh von einem Christusträger*,

che in mezu a quelle creatûe
che se guagnan u pan da nûe
a gh’è a gh’è a gh’è a gh’è
a gh’è anche teu muggè
der gemerkt hat, dass inmitten jener Kreaturen,
die ihr Brot nackt verdienen,
auch deine Frau ist.

a Ciamberlin sûssa belín
In Ciamberlin Schwanzlutscher,
ä Fuxe cheusce de sciaccanuxe
in Fuxe Schenkel wie Nussknacker,
in Caignàn musse de tersa man
in Carignano Mösen aus dritter Hand,
e in Puntexellu ghe mustran l’öxellu.
und in Ponticello zeigen sie einem den Pimmel.

* Christusträger ist derjenige, der bei Prozessionen mit dem Kreuz vorangeht.

Im alten Genua wurde den Prostituierten ein bestimmtes Viertel zugewiesen.
Nur sonntags hatten sie das Recht, dieses zu verlassen und durch die ganze Stadt
zu spazieren. Dabei muss gesagt werden, dass die Stadtverwaltung, die
das Freudenhaus mit seiner „anrüchigen Aktivität“ an einen Privatmann verpachtete,
mit dessen Einkünften alle notwendigen Hafenarbeiten zur Gänze finanzieren konnte.

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