A Pittima

Der Schuldeneintreiber

Cosa ghe possu ghe possu fâ
Was kann ich, was kann ich machen,
se nu gh’ò ë brasse pe fâ u mainä
wenn meine Arme nicht zum Seemann taugen,
se infundo a e brasse nu gh’ò ë män du massacán
wenn ich am Ende dieser Arme
keine Maurerhände habe?

e mi gh’ò ’n pûgnu dûu ch’u pâ ’n nìu
Und meine Faust ist wie ein Nest
gh’ò ’na cascetta larga ’n dìu
und mein Brustkorb so breit wie ein Finger,
giûstu pe ascúndime c’u vestíu deré a ’n fiu
gerade ausreichend, um mich im Anzug
hinter einem Faden zu verstecken.

e vaddu in giù a çerca i dinë
Und ich gehe herum, um Geld zu fordern
a chi se i tegne e ghe l’àn prestë
von denen, die es ausgeliehen haben;
e ghe i dumandu timidamente ma in mezu ä gente
und ich frage sie schüchtern danach, –
aber vor allen Leuten.

e a chi nu veu däse raxún
Und wer das nicht einsieht
che pâ de stránûä cuntru u trun
oder einen falschen Ton anschlägt,
ghe mandu a dî che vive l’è cäu ma a bu-n mercöu
dem werde ich sagen, dass das Leben teuer ist,
aber recht und billig.

mi sun ’na pittima rispettä
Ich bin ein angesehener Schuldeintreiber!
e nu anâ ’ngíu a cuntâ
Und erzählt nicht herum,
che quandu a víttima l’è ’n strassé ghe dö du mæ.
dass, wenn das Opfer ein Bettler ist,
ich ihm von mir gebe!

Im alten Genua gab es die Institution des privaten Geldeintreibers, dessen Aufgabe
es war, von zahlungsunwilligen Schuldnern die geliehene Summe zurückzufordern.

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