Via della Croce

Kreuzweg

Poterti smembrare coi denti e le mani
Dich mit Zähnen und Händen zerreissen zu können
Sapere i tuoi occhi bevuti dai cani
deine Augen von Hunden gefressen zu wissen
Di morire in croce puoi essere grato
Dass du am Kreuz sterben darfst, verdankst du
A un brav uomo di nome Pilato.
Einem guten Mann namens Pilatus.

Ben piu´ della morte che oggi ti vuole
Viel mehr als der Tod, der dich heute will
T’uccide il veleno di queste parole
Bringt dich das Gift dieser Worte um
Le voci die padri di quei neonati
Die Stimmen der Väter der Neugeborenen
Da Erode, per te trucidati.
Deinetwegen von Herodes niedergemetzelt.
Nel lugubre schermo degli abiti nuovi
Im unheilvollen Schutz der neuen Kleider
misurano a gocce il dolore che provi,
Messen sie in Tropfen den Schmerz, den du empfindest
trent anni hanno atteso col fegato in mano,
Dreissig Jahre, mit der Leber in der Hand, haben sie gewartet
i rantoli d’un ciarlatano.
Auf das Ende eines Scharlatans.
Si muovono curve le vedove in testa
Ganz vorne bewegen sich gebeugt die Witwen
per loro non e`un pomeriggio di festa
Für sie ist es kein festlicher Nachmittag
si serran le vestisugli occhi e sul cuore
Sie verschliessen ihre Umhänge über den Augen und das Herz
ma filtra dai veli il dolore;
Doch durch die Schleier dringt der Schmerz
fedeli umiliate da un credo inumano
Getreue, gedemütigt von einem unmenschlichen Glauben
che le volle schiave gia prima di Abramo
Der sie schon vor Abraham zu Sklavinnen machte
con riconoscenza ora soffron la pena
Mit Dankbarkeit teilen sie die Qual
di chi perdono a Maddalena
Dessen, der Magdalena vergab
di chi con un gesto soltanto fraterno
Dessen, der mit einer brüderlichen Geste
una nuova indulgenza insegno`al padreterno
dem Herrgott eine neue Gnade lehrte
e guardano in alto trafitti dal sole
Und sie schauen nach oben, geblendet von der Sonne
gli spasimi di un redentore.
die Leiden eines Erretters.
Confusi alla folla ti seguono muti
Sie folgen dir stumm, versteckt in der Menge
sgomenti al pensiero che tu li saluti:
Bestürzt beim Gedanken, du würdest sie grüssen
A redimere il mondo-gli serve pensare
Es tröstet sie der Gedanke: Um die Welt zu retten
il tuo sangue puo´certo bastare.
Wird dein Blut sicher ausreichen.
La semineranno per mare e per terra
Sie werden verbreiten zu Wasser und zu Lande
tra boschi e citta la tua buona novella
Zwischen Wäldern und Städten, deine frohe Botschaft
ma questo domani, con fede migliore,
Dies aber morgen, bei festerem Glauben,
stasera e`piu`forte il terrore.
Heute Abend ist der Schrecken stärker.
Nessuno di loro ti grida un addio
Niemand von denen ruft dir ein Lebewohl zu
per esser scoperto cugino di Dio:
Um sich als „Vetter Gottes“ entlarven zu lassen
gli apostoli han chiuso le gole alla voce,
Die Aposteln haben die Stimme verschluckt,
fratello che sanguini in croce.
Bruder, der du am Kreuz ausblutest.
Han volti distesi, gia`inclini al perdono
Ihre Gesichter sind entspannt, bereits zum Vergeben geneigt
ormai che han veduto il tuo sangue di uomo
Jetzt, da sie dein menschliches Blut gesehen haben
fregiarti le membra di rivoli viola,
Wie es deine Glieder mit lila Rinnsalen ziert
incapace di nuocere ancora.
Unfähig weiter zu schaden.
Il potere vestito di umana sembianza
Die Macht, gekleidet in menschliche Gestalt
ormai ti considera morto abbastanza
Hält dich nunmehr für ausreichend tot
e gia`volge lo sguardo a spiar le intenzioni
Um die Absichten auszuloten wendet sie den Blick
degli umili, degli straccioni.
Auf die Demütigen, auf die Elenden.
Ma gli occhi dei poveri piangono altrove,
Aber die Augen der Armen weinen woanders,
Son sono venuti a esibire un dolore.
Sie sind nicht gekommen um ihren Schmerz zu zeigen
che alla via della croce ha proibito l’ingresso
Dem, der den Zutritt zum Kreuzweg verbat
a chi ti ama come se stesso.
Denen, die er liebte wie sich selbst.
Son pallidi al volto, scavati al torace,
Bleich im Gesicht, der Brustkorb eingefallen,
non hanno la faccia di chi si compiace
Sie sehen nicht aus als würden sie Gefallen finden
dei gesti che ormai ti propone il dolore
An den Gesten, zu denen dich der Schmerz zwingt
eppure hanno un posto d’onore.
Und dennoch, sie haben einen Ehrenplatz.
Non hanno negli occhi scintille di pena,
In den Augen kein Funke von Mitleid,
non sono stupiti a vederti la schiena
Sie sind nicht verwundert deinen Rücken zu sehen
piegata dal legno che a stento trascini,
Gebeugt durch das Holz, das du mühevoll schleppst
eppure ti stanno vicini.
Und dennoch sind sie dir nahe.
Perdonali se non ti lasciano solo,
Vergib ihnen, dass sie dich nicht alleine lassen,
se sanno morir sulla croce anche loro,
Dass sie wissen, dass auch sie am Kreuz sterben,
a piangerli sotto non han che le madri,
Hier unten weinen um sie nur ihre Mütter
in fondo, sono solo due ladri.
Im Grunde sind es nur zwei Diebe.

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