Canzone Per Silvia

Lied für Silvia

Il cielo dell‘ America son mille cieli sopra a un continente,
il cielo della Florida è uno straccio che è bagnato di celeste,
ma il cielo là in prigione non è cielo, è un qualche cosa che riveste
il giorno e il giorno dopo e un altro ancora sempre dello stesso niente.

Amerikas Himmel, das sind tausend Himmel über einem Kontinent,
Floridas Himmel ist ein Lumpen, der hellblau trieft,
aber der Himmel dort im Gefängnis ist kein Himmel, es ist etwas, was
den Tag und den Tag danach und einen weiteren immer mit dem gleichen Nichts kleidet.

E fuori c’è una strada all‘ infinito, lunga come la speranza,
e attorno c’è un villaggio sfilacciato, motel, chiese, case, aiuole,
paludi dove un tempo ormai lontano dominava il Seminole,
ma attorno alla prigione c’è un deserto dove spesso il vento danza.

Und draußen ist eine unendliche Straße, lang wie die Hoffnung,
ringsherum ist ein zerfleddertes Dorf, Motel, Kirchen, Häuser, Beete,
Sümpfe, wo vor langer Zeit der Seminole dominierte,
doch rund um das Gefängnis ist eine Wüste, wo der Wind häufig tanzt.

Son tanti gli anni fatti e tanti in più che sono ancora da passare,
in giorni e giorni e giorni che fan mesi che fan anni ed anni amari;
a Silvia là in prigione cosa resta? Non le resta che guardare
l‘ America negli occhi, sorridendo coi suoi limpidi occhi chiari…

Es sind viele, diese bereits vergangenen Jahre, es sind noch viel mehr die, die noch vergehen müssen,
in Tagen und Tagen und Tagen, aus denen Monate werden, aus denen Jahre werden, bittere Jahre;
was bleibt Silvia im Gefängnis? Nichts außer Schauen
Amerika in den Augen, lächelnd mit ihre klaren hellen Augen…

Già, l‘ America è grandiosa ed è potente, tutto e niente, il bene e il male,
città coi grattacieli e con gli slum e nostalgia di un grande ieri,
tecnologia avanzata e all‘ orizzonte l‘ orizzonte dei pionieri,
ma a volte l‘ orizzonte ha solamente una prigione federale.

Ach ja, Amerika ist großartig und mächtig, alles und nichts, das Gute und das Böse,
Städte mit Wolkenkratzern, und mit den Slums und einer Sehnsucht nach der großen Vergangenheit,
Spitzentechnologie und am Horizont der Horizont der Pioniere,
doch manchmal ist am Horizont nur ein Staatsgefängnis.

L‘ America è una statua che ti accoglie e simboleggia, bianca e pura,
la libertà, e dall‘ alto fiera abbraccia tutta quanta la nazione,
per Silvia questa statua simboleggia solamente la prigione
perchè di questa piccola italiana ora l‘ America ha paura.

Amerika ist eine Statue, die dich empfängt und symbolisiert, weiss und rein, die Freiheit, und umarmt von dort oben die gesamte Nation,
für Silvia symbolisiert diese Statue nur das Gefängnis,
weil vor dieser kleiner Italienerin hat jetzt Amerika Angst.

Paura del diverso e del contrario, di chi lotta per cambiare,
paura delle idee di gente libera, che soffre, sbaglia e spera.
Nazione di bigotti! Ora vi chiedo di lasciarla ritornare
perchè non è possibile rinchiudere le idee in una galera…

Angst vor dem Anderen und dem Gegensätzlichen derer, die kämpfen um zu verändern,
Angst vor den Ideen freier Menschen, die leiden, sich irren und hoffen.
Nation der Scheinheiligen! Jetzt bitte ich euch darum, sie zurückkehren zu lassen
Weil es nicht möglich ist eine Idee einzusperren…

Il cielo dell‘ America son mille cieli sopra a un continente,
ma il cielo là rinchiusi non esiste, è solo un dubbio o un‘ intuizione;
mi chiedo se ci sono idee per cui valga restare là in prigione
e Silvia non ha ucciso mai nessuno e non ha mai rubato niente.

Amerikas Himmel, das sind tausend Himmel über einem Kontinent,
doch für die Eingesperrte existiert der Himmel nicht, es ist nur ein Zweifel oder eine Intuition;
ich frage mich, ob es Ideen gibt, für die es sich lohnt, im Gefängnis zu bleiben
und Silvia hat nie jemand getötet und nichts gestohlen.

Mi chiedo cosa pensi alla mattina nel trovarsi il sole accanto
o come fa a scacciare fra quei muri la sua grande nostalgia
o quando un acquazzone all‘ improvviso spezza la monotonia,
mi chiedo cosa faccia adesso Silvia mentre io qui piano la canto…

Ich frage mich, was denkst du morgens, wenn die Sonne neben dir ist
Oder wie schaffst du es zwischen diesen Mauern deine Sehnsüchte zu verjagen
oder wenn ein Wolkenbruch die Monotonie durchbricht,
frage ich mich, was Silvia gerade tut, während ich ihr leise singe…

Mi chiedo ma non riesco a immaginarlo: penso a questa donna forte
che ancora lotta e spera perchè sa che adesso non sarà più sola.
La vedo con la sua maglietta addosso con su scritte le parole
„che sempre l‘ ignoranza fa paura ed il silenzio è uguale a morte“,
„che sempre l‘ ignoranza fa paura ed il silenzio è uguale a morte“,
„che sempre l‘ ignoranza fa paura… ed il silenzio è uguale a morte“…

Ich frage mich, kann es mir aber nicht vorstellen: denke an diese starke Frau
Die immer noch kämpft und hofft, weil sie weiß, dass sie nicht mehr alleine sein wird.
Ich sehe sie mit ihrem T-Shirt mit den aufgedruckten Worten
„Seit jeher macht Dummheit Angst und das Schweigen ist wie der Tod“
„Seit jeher macht Dummheit Angst und das Schweigen ist wie der Tod“
„Seit jeher macht Dummheit Angst und das Schweigen ist wie der Tod“

Silvia Baraldini, kommunistische Aktivistin, die in den 60er, 70er und 80er Jahren in den USA operiert hat.
Sie war Mitglied in der Black Panter Party, die sich für die Rechte der Farbigen einsetzte. Sie wurde in den USA zu 49 Jahren Gefängnis verurteilt wegen Mitgliedschaft in einer Terroristischen Vereinigung, wegen Gefangenen-Befreiung und versuchten Raubes. Sie war in den USA und in Italien in Haft und wurde am 26 September 2006 begnadigt.

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