Il Pensionato

Der Rentner

Lo sento da oltre il muro che ogni suono fa passare,
l‘ odore quasi povero di roba da mangiare,
lo vedo nella luce che anch‘ io mi ricordo bene
di lampadina fioca, quella da trenta candele,
fra mobili che non hanno mai visto altri splendori,
giornali vecchi ed angoli di polvere e di odori,
fra i suoni usati e strani dei suoi riti quotidiani:
mangiare, sgomberare, poi lavare piatti e mani.

Ich spüre ihn durch die Wand, die jedes Geräusch durchlässt,
den fast armseligen Geruch bescheidener Lebensmittel
ich sehe ihn in einem Licht an, an das ich mich gut erinnern kann
das Licht einer schwachen Glühbirne, einer dreißig Watt Birne
zwischen Möbeln, die noch niemals Glanzzeiten erlebt haben,
alte Zeitungen und staubige Ecken und Gerüche,
zwischen abgenutzten und komischen Klängen seiner täglichen Riten:
Essen, abräumen, dann Teller abwaschen und die Hände.

Lo sento quando torno stanco e tardi alla mattina
aprire la persiana, tirare la tendina
e mentre sto fumando ancora un’altra sigaretta,
andar piano, in pantofole, verso il giorno che lo aspetta
e poi lo incontro ancora quando viene l‘ ora mia,
mi dà un piacere assurdo la sua antica cortesia:
„Buon giorno, professore. Come sta la sua signora?
E i gatti? E questo tempo che non si rimette ancora…“

Ich höre ihn, wenn ich müde und spät am Morgen zurückkomme,
Die Läden öffnen, die Vorhänge aufziehen
Und während ich noch eine Zigarette rauche,
hör ich ihn langsam gehen, in seine Pantoffeln, in den Tag, der auf ihn wartet
dann begegne ich ihm, wenn meine Stunde kommt,
seine altmodische Freundlichkeit bereitet mir eine absurde Freude:
guten Morgen Professor. Wie geht es ihrer Frau Gemahlin?
Und den Katzen? Und dieses Wetter, das immer noch nicht besser wird.

Mi dice cento volte fra la rete dei giardini
di una sua gatta morta, di una lite coi vicini
e mi racconta piano, col suo tono un po‘ sommesso,
di quando lui e Bologna eran più giovani di adesso…

Hundertmal erzählt er mir durch den Maschendrahtzaun im Garten
Von seiner toten Katze, und einem Streit mit den Nachbarn
Und er erzählt mir mit langsamer und leiser Stimme,
von der Zeit, als er und Bologna jünger waren als heute…

Io ascolto e i miei pensieri corron dietro alla sua vita,
a tutti i volti visti dalla lampadina antica,
a quell‘ odore solito di polvere e di muffa,
a tutte le minestre riscaldate sulla stufa,
a quel tic-tac di sveglia che enfatizza ogni secondo,
a come da quel posto si può mai vedere il mondo,
a un‘ esistenza andata in tanti giorni uguali e duri,
a come anche la storia sia passata fra quei muri…

Ich höre ihm zu und meine Gedanken rennen hinter seinem Leben her,
hinter all den Gesichtern, die die alte Glühbirne gesehen hat,
hinter dem üblichen Geruch nach Staub und Moder,
hinter den auf dem Ofen aufgewärmten Suppen,
hinter dem Tick-Tack des Weckers, der jeder Sekunde Nachdruck verleiht,
hinter dem, wie man von diesem Ort aus die Welt sehen kann,
hinter einer Existenz, verbraucht in unzähligen gleichen und harten Tagen,
hinter dem, wie auch Geschichte durch diese Wände vorbeigegangen ist.

Io ascolto e non capisco e tutto attorno mi stupisce
la vita, com’è fatta e come uno la gestisce
e i mille modi e i tempi, poi le possibilità,
le scelte, i cambiamenti, il fato, le necessità
e ancora mi domando se sia stato mai felice,
se un dubbio l‘ ebbe mai, se solo oggi si assopisce,
se un dubbio l‘ abbia avuto poche volte oppure spesso,
se è stato sufficiente sopravvivere a se stesso…

Ich höre ihm zu und verstehe nicht, alles um mich herum verwundert mich
Das Leben, wie es so ist und wie einer es verwaltet
Und die tausend Wege und die Zeiten, dann die Möglichkeiten,
die getroffenen Entscheidungen, die Veränderungen, das Schicksal, die Notwendigkeiten
und ich frage mich erneut, ob er je glücklich war,
ob er je einen Zweifel hatte, ob es ihm erst heute dämmert,
ob er einen Zweifel selten oder oft hatte
ob es ausreichend war, sich selbst zu Überleben..

Ma poi mi accorgo che probabilmente è solo un tarlo
di uno che ha tanto tempo ed anche il lusso di sprecarlo:
non posso o non so dir per niente se peggiore sia,
a conti fatti, la sua solitudine o la mia…

Doch dann merke ich, dass es wahrscheinlich nur ein nagendes Gefühl ist
Von Jemandem, der zu viel Zeit hat und sich den Luxus erlaubt, sie zu verschwenden:
Ich kann mitnichten sagen, was im Endeffekt schlimmer ist:
Seine Einsamkeit oder meine…

Diremo forse un giorno: „Ma se stava così bene…“
Avrà il marmo con l‘ angelo che spezza le catene
coi soldi risparmiati un po‘ perchè non si sa mai,
un po‘ per abitudine: „eh, son sempre pronti i guai“ .
Vedremo visi nuovi, voci dai sorrisi spenti:
„Piacere“, „E‘ mio“, „Son lieto“, „Eravate suoi parenti?“
E a poco a poco andrà via dalla nostra mente piena:
soltanto un‘ impressione che ricorderemo appena…

Eines Tages werden wir vielleicht sagen: „aber es ging ihm doch so gut“
Er wird den Marmor haben mit dem Engel, der die Ketten sprengt
Vom ersparten Geld, denn man weiß ja nie!
Ein wenig aus Gewohnheit: „Schwierigkeiten lauern immer“
Wir werden neue Gesichter sehen, Stimmen aus erloschenen Lächeln:
Angenehm, ganz meinerseits, ist mir eine Ehre, waren sie verwandt?
Und Stück für Stück wird er aus unserem Gedächtnis verschwinden
Nur noch einen Eindruck, an den wir uns kaum noch erinnern werden…

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