Una Canzone

Ein Lied

La canzone è una penna e un foglio
così fragili fra queste dita,
è quel che non è, è l’erba voglio
ma può essere complessa come la vita.
La canzone è una vaga farfalla
che vola via nell’aria leggera,
una macchia azzurra, una rosa gialla,
un respiro di vento la sera,
una lucciola accesa in un prato,
un sospiro fatto di niente
ma qualche volta se ti ha afferrato
ti rimane per sempre in mente
e la scrive gente quasi normale
ma con l’anima come un bambino
che ogni tanto si mette le ali
e con le parole gioca a rimpiattino.

Das Lied ist ein Kugelschreiber und ein Blatt
So zerbrechlich zwischen diesen Fingern
Was es nicht ist, ist das „ich will aber das Kraut“ (1)
Aber es kann kompliziert wie das Leben sein.
Das Lied ist ein anmutiger Schmetterling
Das in der leichten Luft davonfliegt
Ein hellblauer Fleck, eine gelbe Rose,
ein Windhauch am Abend
ein leuchtendes Glühwürmchen auf einer Wiese
ein Seufzer aus dem Nichts
doch manchmal, wenn es dich ergriffen hat
bleibt es für immer in deinem Gedächtnis
und schreiben tun es fast normale Leute
aber mit der Seele eines Kindes
das sich hin und wieder Flügel verleiht
und mit den Worten verstecken spielt.

La canzone è una stella filante
che qualche volta diventa cometa
una meteora di fuoco bruciante
però impalpabile come la seta.
La canzone può aprirti il cuore
con la ragione o col sentimento
fatta di pane, vino, sudore
lunga una vita, lunga un momento.
Si può cantare a voce sguaiata
quando sei in branco, per allegria
o la sussurri appena accennata
se ti circonda la malinconia
e ti ricorda quel canto muto
la donna che ha fatto innamorare
le vite che tu non hai vissuto
e quella che tu vuoi dimenticare.

Das Lied ist eine Luftschlange
Das zuweilen zu einem Komet wird
Ein Meteorit aus brennendem Feuer
Aber unfühlbar wie Seide.
Das Lied kann dein Herz öffnen
Mit Vernunft oder mit Gefühl
Gemacht aus Brot, Wein, Schweiß
So lang wie das Leben, so lang wie ein Augenblick.
Man kann mit ordinärer Stimme singen
In Gesellschaft, aus Freude
Oder du flüsterst sie andeutungsweise
Wenn die Melancholie dich umgibt
Und der stumme Gesang erinnert dich
An die Frau, die dich verlieben lies
An die Leben, die du nicht gelebt hast
An die, die du vergessen willst.

La canzone è una scatola magica
spesso riempita di cose futili
ma se la intessi d’ironia tragica
ti spazza via i ritornelli inutili;
è un manifesto che puoi riempire
con cose e facce da raccontare
esili vite da rivestire
e storie minime da ripagare
fatta con sette note essenziali
e quattro accordi cuciti in croce
sopra chitarre più che normali
ed una voce che non è voce
ma con carambola lessicale
può essere un prisma di rifrazione
cristallo e pietra filosofale
svettante in aria come un falcone.

Das Lied ist eine Wunderkiste
Oft mit Nichtigkeiten gefüllt
Aber wenn du es mit tragischer Ironie verwebst
Fegt es dir die unnötigen Refrains weg;
Es ist ein Manifest, das du füllen kannst
Mit Erzählungen über Dinge und Gesichter,
Schmächtige Leben damit neu zu kleiden
Minimale Geschichten zurückzahlen
Mit sieben wesentlichen Noten
Und vier Akkorde überkreuz genäht
Auf absolut gewöhnlichen Gitarren
Und eine Stimme, die keine ist
Mit einer Karambolage der Wörter
Es kann ein Refraktions-Prisma sein
Kristall und Stein der Weisheit
Die Lüfte überragend, wie ein Falke.

Perché può nascere da un male oscuro
che è difficile diagnosticare
fra il passato appesa e il futuro,
lì presente e pronta a scappare
e la canzone diventa un sasso
lama, martello, una polveriera
che a volte morde e colpisce basso
e a volte sventola come bandiera.
La urli allora un giorno di rabbia
la getti in faccia a chi non ti piace
un grimaldello che apre ogni gabbia
pronta ad irridere chi canta e tace.
Però alla fine è fatta di fumo
veste la stoffa delle illusioni,
nebbie, ricordi, pena, profumo:
son tutto questo le mie canzoni

Denn es kann aus einem unergründlichen Leid geboren werden
Das schwer zu diagnostizieren ist
Zwischen Vergangenheit und Zukunft
Gegenwärtig und bereit zu entfliehen
Und das Lied wird zu einem Stein
Klinge, Hammer, ein Pulverfass
Das zuweilen beisst und tief schlägt
Und zuweilen flattert wie eine Fahne.
Du brüllst es dann an einem Tag voller Wut
Wirfst es denen, die du nicht leiden kannst, entgegen
Ein Dietrich, der jeden Käfig öffnet
Bereit dem, der singt und schweigt, zu verhöhnen.
Doch am Ende besteht es nur aus Rauch
Es kleidet den Stoff, aus dem Illusionen gemacht sind
Nebel, Erinnerungen, Leid, Duft:
All das sind meine Lieder

(1) In Italien sagt man zu Kindern, wenn sie lästig sind und dies und das wollen:
„Das Kraut, das ich will, wächst nicht einmal im Garten des Königs!“

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